Georgi Davidov gewinnt vor Kai Schoenwolff

7. Westdeutsche SchachTennis-Meisterschaft 2021

Mit Gästen, die zum Teil wieder weite Anreisen in Kauf genommen haben, ging die 7. Westdeutsche SchachTennis-Meisterschaft wieder reibungslos über die Bühne – natürlich in diesem Jahr unter besonders restriktiven Rahmenbedingungen, zu denen auch die Verpflichtung einer gesundheitlichen Testung gehörte.

Schach und Tennis – eine besondere Kombination, die Körper und Geist gleichermaßen fordert. Nur wer in beiden Disziplinen bestehen kann, hat eine Chance aufs Siegertreppchen. Da konnte Sturmtief „Marco“ die Tennisbälle und Schachfiguren nicht an ihrer vorgesehenen Bewegung hindern, wenngleich die dauernd heftigen Windböen am ersten Turniertag jedem in die Glieder fuhren und große Anforderungen an Kondition und Stehvermögen stellten.

Im Zelt vor den Wetterkapriolen geschützt konnte am Sonntagvormittag das Vorturnier Schach etwas entspannter über die Bühne gehen.

Man kennt sie schon aus vielen Wettkämpfen, die Favoriten, die nach den Finalspielen schielen, in denen am Sonntagnachmittag die ersten vier Siegerplätze im KO-System ausgespielt werden. Zu ihnen gehörte bis kurz vor Schluss der Vorrundenspiele auch der stärkste Schachspieler Norman Daum vom SC Rotation Pankow, der dann aber ausgerechnet gegen den Ausrichter seine Dame einstellte und damit die Finalchancen begraben musste.

Am Sonntagnachmittag standen die Halbfinal- und Finalspiele an. Hierbei wurden wieder spannendes Schach und hochklassiges Tennis geboten – leider diesmal ohne Publikum.

Im ersten Halbfinale traf der Vorrundenbeste Georgij Davidov (SC Rotenburg/Fulda) auf seinen Dauerrivalen Christian Kalla (SC Diogenes Hamburg). Nach dem lange umkämpften, aber letztendlich klaren Sieg im Tennis konnte sich Titelverteidiger Davidov im Schach mit einem Remis für das Finale qualifizieren. Im Aufeinandertreffen der Verfolger qualifizierte sich Kai Schoenwolff (ebenfalls SC Diogenes HH) gegen den Senior Wolfgang Rützel (SF Burgsinn) erst durch seinen Sieg im Schach für die Endrunde, wobei die bessere Feinwertung die knappe Niederlage aus dem vorangegangenen Tennismatch kompensierte.

Im Bild: Senior Wolfgang Rützel bei seiner ersten Teilnahme auf der Grafschaft.

Hochklassig ging es dann im Finale zu. Georgij bot trotz vorteilhafter Stellung in der Schachpartie remis an, ganz im Vertrauen auf seine Tenniskünste. Kommentar von Kai: „Dann gewinne ich halt im Tennis!“

Allein, der Wille war da, die ersten Punkte gingen jedoch an Georgij, der sich Punkt für Punkt absetzen konnte. Da half dann auch nicht mehr ein Zwischenspurt von Kai – er hatte mit 12:24 das Nachsehen.

Im kleinen Halbfinale ein ähnliches Bild: Routinier Wolfgang Rützel obsiegte klar mit 24:11 im Tennis gegen Christian Kalla und holte dazu das siegbringende Unentschieden im Schach.

Auf den weiteren Plätzen folgten Norman Daum (8,0 Punkte), Jürgen Kaster (TC Grafschaft, 7,5), Rainer Illing (TC GW Burscheid, 7,0) und Dr. Horst-Peter Wagner (TC Oberwerth-Koblenz, 6,5). Den Jugendpreis gewann Chris-Kento Wagner (TC Oberwerth-Koblenz), den Damenpreis Ute Graeber (TC GW Burscheid). In der Mannschaftswertung siegte Team Grafschaft I (Michael Hellings, Bastian Schall) vor Team Grafschaft II (Nenad Cacic, Ralf Oehrle.).

Am Samstag Abend fand im geschützten Zelt wieder eine launige Veranstaltung statt, bei der die Stimmung bis spät in die Nacht sehr entspannt und locker war. Welche Freude, nach einer langen Durststrecke - unter Einhaltung aller Hygiene-Maßnahmen - mal wieder etwas Stimmungsvolles in der Gemeinschaft zu erleben.

Keine Frage, dass - wie im Jahr zuvor - einfach wieder ein paar Oktaven fehlten - da konnte auch Norman dem Profimusiker Georgij nicht helfen.

Die Teilnehmer dankten dem Ausrichter für Organisation und Betreuung. Die ersten Anmeldungen für Pfingsten 2022 liegen schon vor.

Doch zuvor gibt es – hoffentlich – ein Wiedersehen bei den Schachtennis-Weltmeisterschaften 2021 in Baden–Baden oder beim 11. Inzlinger SchachTennis-Turnier (Infos siehe hier).

Jürgen Kaster, TC Grafschaft e.V.